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Kind robbt statt krabbeln: ein eigener Weg, sich fortzubewegen

myanweise
18. Okt.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 3 Tagen

Viele Eltern beobachten, dass ihr Baby sich vorwärtsbewegt, aber ganz anders als erwartet: Der Bauch bleibt am Boden, die Arme ziehen den Körper nach vorn, und die Beine schieben mit oder werden einfach mitgezogen.


Baby in Bauchlage, robbt zu Holzring

Spätestens wenn vom Krabbeln auf Händen und Knien die Rede ist, kommt die Frage, ob das so in Ordnung ist. Die kurze Antwort lautet: Robben ist eine eigene, normale Art, sich fortzubewegen und es lohnt sich, genauer hinzuschauen, was dabei passiert.


Kind robbt statt krabbeln: Was ist der Unterschied?


Fachlich unterscheidet man zwei Arten, sich fortzubewegen. Beim Robben, auch Kriechen genannt, bleibt der Bauch am Boden, und die Ellbogen sind gebeugt. Beim Krabbeln stützt sich dein Baby auf Hände und Knie, und der Bauch ist vom Boden abgehoben. Im Alltag wird „Krabbeln“ oft für beides verwendet, deshalb entstehen hier schnell Missverständnisse.


Was passiert beim Robben im Körper deines Babys?


Beim Robben liegt der Bauch zwar noch am Boden, trotzdem passiert viel. Schultern und Arme übernehmen Gewicht und ziehen den Körper nach vorn, das heißt, Nacken, Rücken und Arme arbeiten dabei kräftig mit. Am Anfang machen oft vor allem die Arme die Arbeit, und die Beine werden mitgezogen oder strampeln. Mit mehr Kontrolle über Rumpf und Hüfte schieben die Beine zunehmend mit, häufig im Wechsel. Stell dir vor, du müsstest dich auf den Unterarmen über einen Teppich ziehen: Das ist anstrengend, und genau dabei lernen Schultern und Arme, das Gewicht des Körpers zu übernehmen.


Muss Robben vor dem Krabbeln kommen?


Bei vielen Kindern ist Robben der erste Teil des Weges zum Krabbeln, aber es ist kein Pflichtschritt. Manche Kinder robben länger, manche nur kurz, manche nie und manche wechseln zwischen mehreren Arten hin und her oder nutzen sie nebeneinander. Es gibt also keine feste Reihenfolge, die jedes Kind gleich durchläuft. Entwicklung ist kein Wettkampf, weder mit anderen Kindern noch gegen ein Lehrbuch. Wenn dein Baby sich schon hochzieht, aber noch nicht krabbelt, findest du dazu einen eigenen Artikel: „Baby zieht sich hoch, krabbelt aber noch nicht“.


Ist Robben genauso gut wie Krabbeln?


Beide Wege sind normal, aber sie sind nicht identisch in dem, was dein Baby dabei erlebt. Auf Händen und Knien muss es zusätzlich das Gleichgewicht halten und der Blick ist höher über dem Boden. In Untersuchungen reagierten Babys, die auf Händen und Knien krabbelten, stärker auf Bewegungen in ihrem Blickfeld und fanden bei einer räumlichen Suchaufgabe Dinge leichter wieder als Babys, die auf dem Bauch robbten. Die Forschenden vermuten unter anderem, dass Robben anstrengender ist und deshalb weniger Aufmerksamkeit für die Umgebung übrig bleibt.


Das heißt jetzt nicht automatisch, dass deinem Kind etwas fehlt, wenn es robbt. Diese Untersuchungen vergleichen Gruppen von Babys in einem bestimmten Moment und sagen nichts darüber, wie sich ein einzelnes Kind weiterentwickelt. Viele Kinder robben eine Zeit lang und kommen später auf Hände und Knie, andere finden einen anderen Weg. Es kommt immer darauf an, welche Bewegungen ein Kind insgesamt von sich aus macht.


Wann ist ein Blick zum Kinderarzt sinnvoll?


Robben an sich ist kein Grund zur Sorge. Wenn du allerdings den Eindruck hast, dass sich dein Kind über längere Zeit gar nicht aktiv fortbewegt, weder robbend noch krabbelnd noch auf eine andere Art, sprich das beim nächsten Vorsorgetermin in Ruhe an. Deine Beobachtung hilft dabei, das in der Kinderarztpraxis gut einzuordnen.


Häufige Fragen


Mein Baby robbt nur mit den Armen und zieht die Beine nach. Ist das normal?


Am Anfang machen bei vielen Babys vor allem die Arme die Arbeit, und die Beine werden mitgezogen. Mit mehr Kontrolle über Rumpf und Hüfte beteiligen sich die Beine zunehmend.


Muss ich mein Baby vom Robben zum Krabbeln bringen?


Nein, du musst dein Baby nicht auf Hände und Knie setzen. Was ihm hilft, ist genug freier, sicherer Platz zum Ausprobieren.


Was dir jetzt weiterhilft


Du kannst dein Kind beim Robben in Ruhe beobachten und sehen, wie viel es dabei schon selbst schafft.


Wie du dein Baby auf diesem Weg gut unterstützt und was du auch weglassen kannst, ist ab dem 11. November Thema im Mini-Kurs „Krabbeln sicher begleiten – auch wenn dein Baby seinen eigenen Weg wählt“.

Welche Bewegungen dir zeigen, dass dein Baby auf dem Weg ist, auch wenn es noch nicht klassisch krabbelt, findest du in der kostenlosen Übersicht „Die 5 Krabbel-Signale“.

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