Babywippe: wie viel Zeit darin für dein Baby in Ordnung ist
Die Babywippe gehört in vielen Familien zur Grundausstattung, im Alltag kann sie eine echte Hilfe sein. Du kannst duschen, kochen oder die Wäsche machen, während dein Baby sicher neben dir liegt und dir zuschaut. Trotzdem taucht irgendwann die Frage auf, ob das viele Liegen in der Wippe deinem Baby schadet. Die kurze Antwort lautet: Die Wippe darf ihren Platz haben. Entscheidend ist, wie viel Zeit am Tag dein Baby außerhalb der Wippe hat, um sich frei zu bewegen.

Babywippe: Was passiert in der Wippe mit dem Körper deines Babys?
In der Wippe liegt dein Baby angeschnallt in einer festen, gebogenen Schale. Der Rücken passt sich dieser Form an, das heißt, er liegt rund und nicht lang ausgestreckt. Eine Messstudie zur Lagerung von Babys hat festgestellt, dass Babywippen und Autositze die Lendenwirbelsäule beugen und dass die Rumpfmuskulatur darin anders arbeitet als auf einer flachen Unterlage. Ob das dem Rücken auf Dauer schadet, sagt diese Messung nicht. Sie beschreibt, wie der Körper in diesem Moment liegt.
In der Wippe kann sich dein Baby außerdem kaum drehen, strecken oder abstützen. Genau diese kleinen Bewegungen, das Abstützen auf die Hände, das Wackeln und das Ausbalancieren, sind aber der Weg, über den Babys nach und nach eigenständiges Sitzen lernen. Niemand von uns lernt, das Gleichgewicht zu halten, solange er festgeschnallt ist und genauso ist das bei Babys auch.
Wo probiert dein Baby neue Bewegungen aus?
Neue Bewegungen entstehen dort, wo dein Baby sich frei bewegen kann. Auf einer Decke auf dem Boden liegt es auf dem Rücken, strampelt, greift nach seinen Füßen und dreht sich irgendwann zur Seite. Auch Zeit auf deinem Arm oder bäuchlings auf deiner Brust gehört dazu, denn auch dort bewegt dein Baby Kopf, Arme und Rumpf selbst. Für diese Bewegungszeit brauchst du kein Zubehör, eine Decke und du als Gegenüber reichen aus. Wie sich aus der freien Bewegungszeit Schritt für Schritt das Sitzen entwickelt, liest du im Artikel „Von der Bauchlage zum freien Sitzen“.
Wie viel Zeit in der Wippe ist in Ordnung?
Eine feste Minutenzahl, die für jedes Baby passt, gibt es nicht. Als Orientierung empfiehlt die WHO, Babys nicht länger als eine Stunde am Stück angeschnallt zu lassen, etwa in Wippe, Babyschale oder Kinderwagen. Das heißt, die Wippe kann zu eurem Alltag gehören, im Wechsel mit Zeit, in der sich dein Baby frei bewegt. Es kommt immer darauf an, wie euer Tag aussieht: An manchen Tagen braucht ihr die Wippe öfter, an anderen kaum und beides ist in Ordnung. Dazu ein Merksatz: So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig.
Auch hier muss man wieder unterscheiden. Manche Babys liegen zufrieden in der Wippe und schauen dir lange zu, andere werden darin schnell unruhig und wollen heraus. Beides ist völlig normal, denn Babys zeigen sehr unterschiedlich, wie viel Bewegung und Nähe sie gerade suchen. Deshalb lohnt es sich, dein Baby dabei zu beobachten, statt auf die Uhr zu schauen.
Häufige Fragen
Schadet die Babywippe der Wirbelsäule meines Babys?
Gemessen wurde, dass der untere Rücken in der Wippe gebeugt liegt und die Rumpfmuskeln anders arbeiten. Dass kurze Zeiten in der Wippe der Wirbelsäule schaden, folgt daraus nicht. Deshalb ist der Wechsel mit freier Bewegungszeit der sinnvolle Weg.
Hilft die Wippe meinem Baby beim Sitzenlernen?
In der Wippe liegt dein Baby leicht schräg, gestützt, ohne sich selbst abzustützen oder auszubalancieren. Sitzen lernt es aber über genau diese Bewegungen, deshalb sammelt dein Baby alle notwendigen Erfahrungen am Boden und nicht in der Schale.
Braucht mein Baby eine besondere Spieldecke?
Nein. Eine Decke auf einer festen Unterlage reicht aus. Wichtiger als Zubehör ist, dass du in der Nähe bist und dein Baby dich sehen kann.
Was dir jetzt weiterhilft
Die Wippe kann bleiben, mit genug Zeit zum Bewegen dazwischen.
Wenn du die Zeit am Boden oder auf deiner Brust mit etwas zum Anschauen verbinden möchtest, gibt es das kostenlose Schwarz-Weiß-Kartenset von Familienfunke.
Wie du dein Baby in den ersten Wochen auch auf dem Bauch gut begleitest, ist Thema im Familienfunke-Kurs „Bauchlage sicher begleiten – ohne Druck, in eurem eigenen Tempo“.



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