Baby krabbeln fördern: was vorher passieren muss
Wer online „Baby krabbeln fördern“ sucht, findet schnell Videos, in denen in wenigen Sekunden mehrere Übungen hintereinander gezeigt werden: das Baby über eine Rolle legen, die Beine nachschieben, ein Spielzeug vor die Nase halten. Am Ende weißt du nicht, ob dein Baby davon überhaupt etwas braucht. Die Frage, wie du dein Baby beim Krabbeln gut unterstützen kannst, lässt sich ruhiger beantworten, wenn man sich anschaut, was vor dem Krabbeln im Körper passieren muss.

Baby krabbeln fördern: Was vorher passieren muss
Krabbeln entsteht, wenn die körperlichen Voraussetzungen dafür da sind. Dein Baby muss den Kopf gegen die Schwerkraft halten, den Rumpf stabil machen, das Gewicht verlagern und Arme und Beine aufeinander abstimmen. Jeder dieser Schritte baut auf anderen Fähigkeiten auf, die sich über lange Zeit im Liegen, Drehen und Ausprobieren entwickeln. Das heißt, ein großer Teil des Krabbelns passiert, lange bevor sich dein Baby zum ersten Mal auf Hände und Knie stützt.

Welche Rolle spielt die Bauchlage beim Krabbeln?
Auf dem Bauch sammelt dein Baby viele Erfahrungen, die es später zum Krabbeln braucht. Eine wissenschaftliche Untersuchung mit 16 Studien zeigt, dass Bauchzeit mit einer weiter entwickelten Grobmotorik und mit dem Krabbeln zusammenhängt. Auch die WHO empfiehlt für Babys, die sich noch nicht selbst fortbewegen, Bauchzeit im Wachzustand, über den Tag verteilt.
Bauchzeit muss dabei nicht auf dem Boden stattfinden. Auch auf deiner Brust, Bauch an Bauch, oder quer über deinem Schoß liegt dein Baby in Bauchlage. Aus meiner Sicht ist das gerade am Anfang für viele Babys entspannter, weil sie dein Gesicht sehen und du merkst, wie es ihnen geht. Mehr dazu steht im Artikel Bauchlage auf deiner Brust: was diese Position wirklich bewirkt.
Warum freie Zeit am Boden so wichtig ist
Krabbeln entsteht in Bewegung. Wenn dein Baby auf einer sicheren, ebenen Fläche liegt, kann es sich drehen, strecken, nach etwas greifen, das ein Stück entfernt liegt, und dabei immer wieder ausprobieren, wie sein Körper funktioniert. Die WHO empfiehlt deshalb mehrmals täglich Spiel am Boden und rät davon ab, Babys lange am Stück in Babyschale, Wippe oder Hochstuhl zu lassen. Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beschreibt, dass Babys sich möglichst frei bewegen und ihre Fähigkeiten im eigenen Tempo entdecken sollen. Das heißt, die wichtigste Unterstützung sind Zeit und Platz, in denen dein Baby selbst ausprobieren kann.
Was du weglassen kannst
Manches, was gut gemeint ist, hilft einem Baby beim Krabbeln aus fachlicher Sicht nicht weiter. Dazu gehört zum einen, das Baby an Armen oder Beinen in die Krabbelbewegung zu führen oder es dauerhaft mit einem Tuch unter dem Bauch hochzuhalten. Dann bewegt sich zwar etwas, aber die Kraft und das Gleichgewicht dafür kommen in diesem Moment von dir und nicht von deinem Baby. Zum Zweiten bringt es nichts, ein Baby in einer Position zu halten, während es weint. Erst wenn sich ein Kind wohlfühlt, kann es etwas Neues lernen.
Muss mein Baby überhaupt krabbeln?
Krabbeln ist wissenschaftlich nicht als zwingend notwendig belegt und manche Babys lassen es aus und ziehen sich direkt zum Stehen hoch. Deshalb ist Krabbeln auch kein Ziel, das du mit deinem Baby erreichen musst. Was es bedeutet, wenn sich ein Baby hochzieht, bevor es krabbelt, erkläre ich im Artikel Baby zieht sich hoch, krabbelt aber noch nicht: warum das kein Umweg ist.
Häufige Fragen
Kann ich mit meinem Baby Krabbeln üben?
Du musst mit deinem Baby nicht üben. Dein Baby übt selbst, jedes Mal, wenn es sich am Boden dreht, streckt oder nach etwas greift. Am meisten hilft ihm, wenn es dafür regelmäßig Zeit und Platz bekommt und du dabei bist, ohne die Bewegung für dein Baby zu übernehmen.
Hilft es, Spielzeug vor mein Baby zu legen?
Ein Spielzeug, das ein Stück entfernt liegt, kann für dein Baby ein Grund sein, sich in Bewegung zu setzen. Das funktioniert aber nur, wenn es gerade Lust darauf hat. Wird es unzufrieden oder fängt an zu weinen, ist das ein Zeichen für eine Pause.
Was dir jetzt weiterhilft
Gute Unterstützung beginnt beim Krabbeln mit dem Beobachten:
Was kann dein Baby schon allein, und woran arbeitet es gerade? Woran du erkennst, wie sich dein Baby auf das Krabbeln vorbereitet, zeigt dir die kostenlose Übersicht „Die 5 Krabbel-Signale“.
Welche Unterstützung dann zu deinem Baby passt und was du weglassen kannst, ist Thema im Familienfunke-Kurs “Krabbeln sicher begleiten, auch wenn dein Baby einen anderen Weg wählt”.



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