Warum kann mein Kind seine Gefühle noch nicht selbst regulieren?
Aktualisiert: 17. Sept.
Eben noch hat dein Kind vergnügt gespielt, jetzt liegt es schreiend am Boden, weil der rote Becher nicht mehr da ist. Du stehst daneben und fragst dich, warum so eine Kleinigkeit so eine große Reaktion auslöst.

Warum kann mein Kind seine Gefühle noch nicht selbst regulieren?
Gefühle wahrzunehmen kann dein Kind schon sehr früh. Sie zu steuern, einzuordnen, diese Gefühle zu regulieren und angemessen auszudrücken ist eine ganz andere Fähigkeit, die über Jahre reift. Man kann sich das wie ein Toleranzfenster vorstellen: Innerhalb dieses Fensters kann dein Kind gut mitmachen, spielen, zuhören. Außerhalb davon – bei Müdigkeit, Hunger, Reizüberflutung – kippt es entweder in Übererregung, wie Wut und Geschrei oder in Rückzug. Dieses Fenster ist bei kleinen Kindern noch schmal, und die "Bremse", die es später erweitert, ist erst im Aufbau.
Was hilft in solchen Momenten wirklich?
Nicht Erklären, nicht Diskutieren, nicht Ablenken um jeden Preis – sondern Co-Regulation: Du bist für dein Kind gerade die Bremse, die es selbst noch nicht hat. Ruhig bleiben, körperliche Nähe anbieten, wenn dein Kind sie zulässt, warten, bis der Sturm abflaut, bevor du erklärst oder Grenzen besprichst. Sichere Bindung und verlässliche Rhythmen erweitern dieses Toleranzfenster mit der Zeit von selbst – nicht durch ein einzelnes Gespräch, sondern durch hunderte solcher ruhig begleiteten Momente.
Mehr zum neurologischen Hintergrund von Wutausbrüchen findest du in unserem Beitrag "Wenn Gefühle einfach überkochen".
Mehr dazu, wie Selbstregulation grundsätzlich über die ersten Jahre entsteht, liest du in unserem Grundlagenartikel zu Selbstwert und Selbstvertrauen.
Nicht mehr sofort erklären wollen. Sondern erst einmal mitregulieren.
Die Starke-Gefühle-Karten geben dir 30 Sätze, die dich durch genau solche Momente der Co-Regulation begleiten.




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