Was der Fuß im Mund mit späterem Essen zu tun hat
Dein Baby liegt auf dem Rücken. Es greift nach dem eigenen Fuß, befühlt ihn, zieht ihn näher zu sich heran. Dann führt es ihn zum Mund und erkundet ihn dort weiter.
Für viele Eltern ein Moment fürs Fotoalbum. Für mich ein Moment, in dem gerade sehr viel gleichzeitig passiert.

Was macht der Rücken, wenn der Fuß im Mund ist?
Wenn dein Baby den Fuß zum Mund bringt, beugt es Becken, Rücken und Hüfte gleichzeitig gegen die Schwerkraft. Das bringt Zug auf Wirbelsäule, Muskeln und Bindegewebe – und genau dieser Zug kräftigt den Rücken. Eine Voraussetzung, die dein Kind später braucht, wenn es sitzt, sich dreht oder nach etwas greift, ohne umzufallen. Gleichzeitig zeigt sich hier etwas, das man Rumpfdissoziation nennt: Dein Baby bewegt das Becken schon getrennt von der Wirbelsäule.
Warum ist ausgerechnet der Mund so wichtig?
In den ersten Lebensmonaten ist der Mund das präziseste Tastorgan, das dein Baby hat – noch vor den Händen. Die Sinneszellen im Lippen- und Zungenbereich sind so dicht und so gut entwickelt, dass dein Baby darüber feinere Unterschiede erkennt als über die Finger. Der eigene Fuß wird so zum ersten Erkundungsobjekt: Größe, Form, Beschaffenheit – alles wird über den Mund abgetastet.
Zwei Dinge trainiert dein Baby hier gleichzeitig: die Kraft und Kontrolle im Rumpf, und die Fähigkeit, mit dem Mund präzise zu ertasten und zu erspüren, was da gerade berührt wird.
Was hat das mit dem späteren Essen zu tun?
Genau diese zweite Fähigkeit ist es, die Monate später wieder gebraucht wird – wenn dein Kind anfängt, selbst zu essen. Ob Fingerfood ertastet, im Mund bewegt und dosiert wird, hängt eng damit zusammen, wie gut Mund und Lippen bereits sensorisch geschult sind. Das Fuß-im-Mund-Spiel ist dafür keine gezielte Übung – aber ein Teil der Grundlage, auf der spätere Fähigkeiten aufbauen. Ein Fuß im Mund. Zwei Fähigkeiten, die gerade wachsen.
Mehr über die Rumpfstabilität, die in dieser Phase grundgelegt wird, liest du im Artikel Von der Bauchlage zum freien Sitzen – wie Rumpfstabilität entsteht.


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